Kolonialgeschichte am Ufer

Kolonialgeschichte am Ufer: von Gröben zu May Ayim

Eine Ausstellung des Vereins zur Erforschung und Darstellung der Geschichte Kreuzbergs e.V. in Kooperation mit dem Friedrichshain-Kreuzberg Museum
Recherche und Konzept Angela Martin, Gestaltung Hanna Sjöberg

Juli bis Oktober 2013 im Spreeraum, May-Ayim-Ufer 9, Berlin-Kreuzberg
Dezember 2013 bis Februar 2014 in der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Franz-Mehring-Platz 1, Berlin-Friedrichshain
März und April 2014 in der Galerie Olga Benario, Richardstraße 104, Berlin-Neukölln

Die Ausstellung verfolgt Aspekte der deutschen Kolonialgeschichte, die mit Otto Friedrich von der Gröben im 17. Jahrhundert begann. Im Auftrag des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm gründete Gröben im heutigen Ghana das Fort Großfriedrichsburg. Von dort aus verschleppte die Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie unter dem Schutz des Kurfürsten Tausende versklavte Menschen auf Zuckerplantagen in der Karibik.

Im deutschen Kaiserreich wurden der „Große Kurfürst” und Otto Friedrich von der Gröben als Vorbilder für eine neuerliche Expansionspolitik verehrt. 1895 sorgte Kaiser Wilhelm II. persönlich dafür, dass eine Straße an der Spree den Namen Gröbenufer erhielt. Von dort aus fuhren 1896 Ausflugsschiffe zu der weltberühmten Berliner Gewerbeausstellung im Treptower Park, in die auch eine große Kolonialausstellung integriert war. Deren Blick auf die deutschen Eroberungen war von Rassismus und Exotismus geprägt und wirkt bis heute fort.

Bis 2010 behielt das Gröbenufer seinen Namen. Die Umbenennung in May-Ayim-Ufer markiert den Beginn eines Paradigmenwechsels in der Berliner Erinnerungspolitik. Jetzt ehrt die Straße eine afro-deutsche Dichterin, Pädagogin und Aktivistin, die sich in ihren Aufsätzen, wissenschaftlichen Arbeiten und Gedichten gegen rassistische Diskriminierung und die Folgen des Kolonialismus gewehrt hat.

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