Die Markthalle IX in Kreuzberg

Die Markthalle IX in Kreuzberg

Eine Ausstellung der Markthalle Neun GmbH, seit Oktober 2021 in der Halle

Recherche und Konzept Angela Martin, Gestaltung Daniel Wiesmann

Lange war die Markthalle IX in der Kreuzberger Eisenbahnstraße der soziale Mittelpunkt für das Viertel zwischen Spree und Skalitzer Straße. Doch Anfang der 2000er Jahre verließen die Kleinhändler die Halle, zwischen den drei verbliebenen Discountern herrschten Leerstand und Tristesse. Dabei ist die Halle, die am 1. Oktober 1891 eröffnet wurde, ein architektonisches Meisterwerk und neben der Arminiushalle in Moabit das am besten erhaltene Beispiel für die Entwicklung der Berliner Markthallen.

Eine Anwohnerinitiative verhinderte den Umbau zu einem Supermarktcenter. 2011 übernahmen die derzeitigen Betreiber die Halle. Sie setzen auf Nachhaltigkeit, Regionalität und Handwerk und konnten die Halle zu neuem Leben erwecken. Themenmärkte und der Streetfood-Thursday ziehen Tausende von Besucher:innen an.

Es gibt aber auch Kritik, dass die hochpreisigen Angebote die Gentrifizierung des Kiezes vorantreiben und einkommensschwache Anwohner:innen ausschließen. Die Proteste gipfelten in der Kampagne „ALDI bleibt“.

Bereits 2011 konnte ich zusammen mit dem Gestalter Thomas Raditschnig im Auftrag der Anwohnerinitiative und des Bezirksmuseums Friedrichshain-Kreuzberg eine Ausstellung zur Geschichte der Markthalle IX realisieren, die dort mehrere Jahre lang zu sehen war.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.