Hörfunk

Der Bauch von Berlin
Über die Faszination von Markthallen
von Angela Martin und Annette Schäfer

 rbb, Kulturtermin vom 19.102011

 In Südeuropa sind sie eine Selbstverständlichkeit, in Berlin begleitet ein Hauch von Nostalgie den Einkauf in den letzten der einst 14 städtischen Markthallen. Zwei der Hallen feiern in diesem Jahr ihr 120jähriges Bestehen.
Supermärkte und Discounter ließen sie fast ganz untergehen, aber jetzt erfahren sie neuen Zuspruch. Denn nirgendwo kann man sinnlicher einkaufen und den Bauch einer Stadt fühlen, riechen und schmecken.
Angela Martin und Annette Schäfer haben mit Händlern und Kunden gesprochen, haben die Geschichte der Berliner Markthallen recherchiert und stellen unterschiedliche Konzepte für die Zukunft der noch existierenden Hallen in Kreuzberg und Moabit vor.

Manuskript zum Hörfunkbeitrag     


Kalter Krieg auf der Bühne
Wolfgang Harich als Theaterkritiker
von Angela Martin

 rbb, Kulturtermin vom 16.03.2005

 Wolfgang Harich (1923-1995) ist vor allem als marxistischer Philosoph und  Dissident bekannt, der 1957 in Ost-Berlin zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, weil er die DDR entstalinisieren und Ulbricht stürzen wollte. In den Jahren von 1946 bis 1949 aber gehörte er zu den wichtigsten Theaterkritikern Berlins.
Die Bedeutung, die das Theater damals für die demokratische Erziehung der Deutschen hatte, kann kaum überschätzt werden. Was allerdings unter „Demokratie“ zu verstehen sei, darüber wurde heftig gestritten. Der beginnende Systemkonflikt bestimmte zunehmend auch Spielpläne, Inszenierungen und Theaterkritiken. Mit besonderer Schärfe wurden die Auseinandersetzungen um das Theater in Berlin geführt, dem kulturellen Zentrum Deutschlands. Harich mischte sich aktiv in diese Theaterkämpfe ein, seine Premierenbesprechungen vermitteln ebenso die Aufbruchstimmung jener Zeit wie die zunehmende Verhärtung der Kontroversen. Die ästhetischen und politischen Entscheidungen, die damals getroffen wurden, sollten zum Teil noch jahrzehntelang die Mentalitäten von Ost- und Westdeutschen prägen.

Manuskript zum Hörfunkbeitrag     

 
„Wir fühlten uns endlich frei“
Der Warschauer Aufstand 1944 – ein polnischer Mythos
von Ewa Czerwiakowski und Angela Martin
Redaktion: Anne Quirin

rbb, Kulturtermin vom 28.7.2004

Nach fünf Jahren brutaler deutscher Besatzung begann am 1. August 1944 der Warschauer Aufstand der polnischen Untergrundarmee. Der ungleiche, aussichtslose Kampf endete trotz breiter Unterstützung der Zivilbevölkerung mit einer Niederlage und der völligen Zerstörung Warschaus. Im Gedächtnis der Polen lebt er weiter als Ausdruck aktiven Widerstands gegen Terror und Erniedrigung. Heroismus und Leid, Solidarität und Verrohung, Sinnlosigkeit und Hoffnung – diese widersprüchlichen Erfahrungen kommen in Gesprächen mit ehemaligen Kämpfern und Zivilisten zum Vorschein. Ewa Czerwiakowski und Angela Martin haben sie befragt.

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Erbinnen im Aufbruch
Das Pecunia-Erbinnen-Netzwerk
Ein Beitrag von Angela Martin
Redaktion Magdalena Kemper

 rbb, Kulturtermin vom 16.7.2002

„Über Geld spricht man nicht“ – und doch beeinflusst es unser Leben untergründig in einem Maße, das wahrscheinlich nur den wenigsten bewusst ist. Geld ist sehr stark mit sozialen und moralischen  Wertvorstellungen verknüpft, jeder hat eine – meist sehr dezidierte – Meinung über Geld. Und doch gehört es zu den großen Tabu-Themen unserer Gesellschaft. Wer spricht schon offen über Einkommen, Besitz oder gar Schulden?
Wenn Erbinnen sich in dieser Sendung über ihr Verhältnis zu Reichtum und Geld äußern, sprechen sie viele Probleme an, mit denen auch Menschen konfrontiert sind, die nicht geerbt haben. Die Probleme der Erbinnen vergrößern wie durch eine Linse, was auch andere Menschen bewegt.

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